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Bildergalerie

 

 

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Die meisten profanen Wand- und Deckenmalereien befinden sich in Privathäusern und

sind der Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich. Einige Malereien jedoch können

in Einzelhandelsgeschäften, Gaststätten oder Galerien zu den üblichen Öffnungszeiten bzw.

auf Anfrage besichtigen werden.  Schon seit 1900  wurden bemalte Holzbalkendecken,

Paneele und Tapeten in Magazinen gesammelt für eine zukünftige museale Präsentation

Einige dieser Stücke sind heute  im St. Annen-Museum zu besichtigen.

 

 













Galerie10
König David, Ausschnitt einer
Wandmalerei in der Königstr. 51, um 1310
(Foto: Saß)



Galerie 17
Königstraße 73/ Ecke Hüxstraße, Akanthusranken
mit Jagddarstellungen und Blüten, 1675-1705







Galerie 16


Das Haus Königstraße 51 steht im Zentrum der Altstadt in Höhe des Kaufhauses Karstadt. Gleich nebenan befindet sich auch der Haupteingang in die Königpasssage.

Wenn Sie das sehr freundliche Geschäftshaus betreten, gehen Sie bitte ganz nach hinten durch. Dort finden Sie die Reste eines kompletten Raumprogramms aus der der Zeit zwischen 1270 und 1320.

König David  erkennen Sie an seinem Attribut, der Leier. Er sitzt auf einem Stuhl aus schwarzem Holz. Über seinem Kopf schwebt ein Textband, darauf steht zu lesen: "Post pira vinum", nach den Birnen Wein. Man glaubte im Mittelalter, Wein sei bekömmlicher, wenn man zuvor Birnen gegessen habe.

Links und rechts vom König David sitzen weitere Heilige. Wer es ist, erfahren Sie in unserer Datenbank, wenn Sie unter der Adresse Königstraße 51, "Text und Bild", suchen.

Wer der Auftraggeber der Malerei war, wissen wir nicht genau. In dem Haus wohnten um 1300 und danach sehr wohlhabende Geschäftsleute, u. a. "Wechsler", heute sagt man, Banker. Die Familien dieser Geschäftsleute waren hochrangig in Gesellschaft und Politik aktiv.  

Die Qualität der figürlichen Malerei in der Königstraße gleicht derjenigen in zeitgenösischen Klöstern und Kirchen Lübecks.

Die Datierung der Malerei gibt den Fachleuten Rätsel auf: Kunsthistorische Vergleiche innerhalb Lübecks weisen in die Zeit um 1310-1320, aber der bauhistorische Befund fordert eindeutig eine Ausmalung um 1270. Es klafft somit eine Datierungslücke von 40 bis 50 Jahren.






An der Ecke Königstraße 73/Hüxstraße steht ein modernes Stockwerksgebäude aus der Zeit um 1900. Gehen Sie einige wenige Schritte in die Hüxstraße hinein, so finden Sie als erstes linkerhand  ein Geschäft für Damenbekleidung.

Im hinteren Teil des Verkaufsraumes gibt es eine Holzbalkendecke. Sie überdeckte um 1600 drei Räume. Jeder der Räume war dekoriert. Der mittlere Raum wurde zwischen 1675 und 1705 mit der links abgebildeten ornamentalen Ausmalung versehen.

Zwischen Akanthuswerk mit fantastischen Blüten und Früchten finden sich verstreut Tierdarstellungen. Der Maler hat mehrfach den Augenblick festgehalten, in dem ein Tier nach erfolgreicher Jagd seine Beute im Maul oder im Schnabel hält.

Die Liegenschaft Königstraße 73 war im 17. Jahrhundert im Eigentum von Weißbrauern. Diese brauten für den städtischen Bedarf an Bier.

Wollen Sie etwas über die Baugeschichte erfahren? Dann verlassen Sie bitte das Ladengeschäft und stellen Sie sich auf die gegenüberliegende Straßenseite. Um 1320 wurde ein Giebelhaus mit Seitenflügel errichtet. Der Giebel zeigte zur Königstraße. Dieser Gebäudeteil ist ersetzt durch das Stockwerksgebäude. Der Raum, den heute das Bekleidungsgeschäft einnimmt, wurde um 1900 geschaffen. Er umfasst das ehemalige Erdgeschoss des Seitenflügels sowie den zur Hüxstraße gelegenen kleinen Garten. Vom Seitenflügel blieb bei einem aktuellen Umbau die Holzbalkendecke und das darüberliegende Obergeschoß samt Dach erhalten.




Wenn Sie das Areal um die Marienkirche herum abschreiten, gelangen Sie an eine Straßenkreuzung. An dieser Kreuzung steht ein modernes Gebäude mit einem Fachgeschäft für Elektrogeräte.

Betreten Sie das Geschäft. Die sehr freundliche Geschäftsführung freut sich auf Ihren Besuch und begleitet Sie zu den Resten einer mittelalterlichen Wand. Auf dieser Wand, die einen Bombenangriff 1942 überlebte, ist die links abgebildete Malerei zu sehen.

Auf der Wand sind zwei Schichten von Malerei zu erkennen. Die ältere Schicht ist eine rein ornamentale "Quadermalerei". Die jüngere Malerei ist zweizonig. Im unteren Teil sehen wir wieder eine Quadermalerei. Sie ist eine Art Mauer. Auf ihr stehen die Könige und überreichen dem Sohn Gottes ihre Geschenke. 

Durch Körperhaltung, Faltenwurf, Zeichnung der Gesichter und Darstellung der Füße stehen die drei Könige in enger Verbindung mit den Ausmalungen im "Langen Haus"  der Marienkirche. 

Das Haus Schüsselbuden 2 war im 13. Jahrhundert im Eigentum einer Ratsfamilie. Die Malerei wurde zwischen 1330 und 1340 in Auftrag gegeben. Zur selben Zeit entstanden die Ausmalungen im "Langen Haus" - von der Qualität her betrachtet von denselben Malern.




Anbetung der Könige. Wandmalerei im Haus Schüsselbuden 2, Ecke Mengstraße, um 1340 (Foto. Ullrich)

















Galerie 15




Von 1464 bis 1505 war das Haus Königstraße 28 im Eigentum des Mediziners Johan Semmeltreder. Er wird die Malerei in Auftrag gegeben haben. Die Existenz des Einhorns wurde seit der Antike in der zoologischen und medizinischen Literatur diskutiert. Die Suche nach und Beschaffung von Einhornprodukten, denen heilende Wirkungen zugesprochen wurden, hielt bis ins 19. Jahrhundert an.

Die häufig in der Bildtradition gewählte Darstellung der Einhornjagd ist hier abgewandelt:  Ein Paar versucht, das Einhorn zu fangen. Zwischen dem galanten Mann und der schönen Dame lassen sich bei genauem Hinsehen Schnüre erkennen, die das Tier bändigen sollen.

Die dargestellte Szene ist eingefasst in üppiges grünes Laubwerk. Die Kunsthistoriker sprechen von stilisierten Eichenblättern. Das Laubwerk erscheint in Lübeck kein zweites Mal. Sehr häufig wurde das Ornament in der Handschriften-Werkstatt des Diebold Lauber verwendet. Sie arbeitete Mitte des 15. Jahrhunderts im elsässischen Hagenau. Bei Lauber wurde eine Handschrift produziert, die von der unbefleckten Empfängnis Marias handelt. 

Die Malerei in der Königstraße 28 ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sie befindet sich im Erdgeschoss des Seitenflügels. Im vorderen Teil des Hauses ist ein Geschäft. Vielleicht wird Einlass gewährt, wenn man höflich anfragt.


Königstraße 28, Einhorndarstellung, um 1500






 

 

 Galerie11
Imitierte Diamantquader, Wandmalerei in der Mühlenstr. 66,
Diele, um 1600 (Foto: Hoffmann)


Galerie8

Wandmalerei in zwei Schichten, unten imitierte
Diamandauader, oben Akanthus, Engelsgrube 47
(Foto: Wulff)

 

 














Galerie9
Kreuzigungsgruppe, Wandmalerei in der Großen
Gröpelgrube 8, ehem. Pilgerherberge, dort auch
mehrere Heiligenfiguren, zugänglich bei
Stadtführungen (Foto: Barca)


Galerie 14
Kaiserporträts in imitierten Kassetten, Deckenmalerei
im Audienzsaal des Lübecker Vogtes in Travemünde, 1623
Vorderreihe 7 (Foto: Sabottka)