WAND- UND DECKENMALEREI IN LÜBECKER HÄUSERN 1300 BIS 1800
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In der Datenbank sind alle derzeit bekannten etwa 1.600 Wand- und Deckenmalereien aus ca. 400 Lübecker Bürgerhäusern erfasst. Sie entstanden in der Zeit von um 1300 bis um 1800. Grundlage des Datenbestands ist der 1993 veröffentlichte, von Rolf Gramatzki, Thomas Brockow und Manfred Eickhölter erarbeitete „Katalog Lübecker Wand- und Deckenmalereien des 13. bis 18. Jahrhunderts“ mit 550 damals erfassten Malereien. [Manfred Eickhölter/Rolf Hammel-Kiesow (Hrsg.), Ausstattungen Lübecker Wohnhäuser. Häuser und Höfe in Lübeck 4. Neumünster 1993.]

Anhand der in der Hansestadt Lübeck im Bereich Denkmalpflege vorhandenen Akten, Restaurierungsberichte und Fotos konnte die Erfassung fortgesetzt werden. Sämtliche Materialien sind systematisch durchgesehen, die Daten ergänzt und um die seit 1992 z. B. bei Bauarbeiten neu gefundenen Malereien erweitert worden.

Die Überlieferung ist quantitativ und qualitativ sehr unterschiedlich, zum Teil auch lückenhaft, wenn z. B. Häuser ohne vorherige Dokumentation abgerissen bzw. renoviert worden sind. Der größte Teil des verwendeten Materials ist freien Restauratoren zu verdanken. Einige Malereien konnten vor Ort neu dokumentiert werden, andere sind inzwischen zerstört, verdeckt oder nicht zugänglich und daher nur knapp und ohne Fotos erfasst. Auch sehr spärliche Malereireste wurden aufgenommen, sofern sie einen Hinweis auf eine mehrfarbige Ausmalung geben. Diese wissenschaftliche Dokumentation sichert der Kunst- und Kulturgeschichte unersetzliches Quellenmaterial, da die Malereien zum Teil weiterhin gefährdet sind.

Schwerpunkt bei der Erfassung der Bildmotive war die Ornamentik im Wandel der Zeiten. Um ihren Motivreichtum zu erschließen, wurde ein umfangreiches, detailliertes System von Kategorien und Schlagworten erarbeitet, das nun für die Suche nach speziellen Dekormotiven zur Verfügung steht. Die figürlichen Bildthemen sind bereits ausführlich für den o. g. Band „Häuser und Höfe in Lübeck 4“ bearbeitet worden. Sie sind in der Datenbank nach ihrem „Bildinhalt“ aufgegliedert und auch über die Freitextsuche zu finden.

Die Malereien wurden im Laufe der Zeit oft übermalt, so dass sie in mehreren Schichten vorliegen. Die untere, älteste Schicht ist jeweils als Schicht 1 benannt. In der Datenbank sind aber nicht nur die Malereien mit ihren Motiven, der Maltechnik und der Datierung erfasst, auch Angaben über den Malereiträger (Objekt), die Größe der Malerei, den Raum, das Haus und seine früheren Eigentümer sind erhalten, so dass auch Recherchen für weiterführende kulturgeschichtliche Untersuchungen möglich sind.